Wohin gehst du, mein Freund?

Solidarität ist ein hohes Gut. Es war oft zu lesen, sie hätte während der Pandemie zugenommen. Mir fällt auf, daneben ist wenig Bewusstsein für Selbstverantwortung vorhanden. Dabei eröffnet diese viel Reizvolles: mit der vermeintlichen Bürde gehen Gestaltungs- und Handlungsfreiräume und damit mehr persönliche Freiheit einher.

Was braucht es, um für sich Selbstverantwortung zu übernehmen? Tatsächlich ist dies eine facettenreiche, heikle Angelegenheit. Ein gewisses Mass an Selbstvertrauen ist unabdingbar. Zum Themenkreis gehört auch die Arbeit. Viele Menschen sind happy bei und mit ihrer Arbeit, andere tun sich eher schwer damit und schleppen sich mühevoll durch den Berufsalltag und damit auch ein Stück weit durchs Leben.

Szenenwechsel. Jeder, der Fussball spielt, hat ein Ziel: das gegnerische Tor. Goal-oriented, sagt auch die Chefin oder der Chef, und meint damit Unternehmens- und Projektziele, Mitarbeiterziele, KPIs und so weiter. Da überrascht es, wenn ein gestandener Geschäftsführer und Politiker auf meine Frage nach seinen Lebenszielen hin zögerlich und leise antwortet, darüber habe er sich noch nie Gedanken gemacht.

Wann haben Sie das letzte Mal über Ihre eigenen Ziele nachgedacht? Ein durchaus vergnüglicher geistiger „Ausflug“, auch in die Vergangenheit. Seien Sie sich dabei selbst Ihr bester Freund. Befassen Sie sich Stück um Stück liebevoll mit dem in Ihrem Leben bereits Vollbrachten. Dazu gehört weit mehr als die Arbeit! «Alle Achtung!», werden Sie sagen, wenn Ihr Selbstwert in Form ist. Schmälern Sie Ihr «Erschafftes» bitte nicht: Sie alleine wissen, wie viel und was Sie dafür getan haben. Ich bin sicher, Sie spüren ein nährend „gutes Gefühl“ und Ihren Rücken, der sich aufrichtet. „Ziel erreicht“, mögen Sie dabei zufrieden murmeln.

Zweifel? Vielleicht hören Sie eine – Ihre! – innere Stimme. Manchmal flüstert sie nur, bis sie sich klar und vernehmlich meldet. Braucht es eine Kurskorrektur? Seien Sie mutig, nehmen Sie diese Stimme und damit sich selbst sehr ernst und handeln Sie danach. Setzen Sie ein Ziel, welches Ihnen entspricht. Wenn Sie inneres Feuer spüren, liegen Sie damit goldrichtig und sind bereits auf dem Weg. Übernehmen Sie Selbstverantwortung. Es lockt das Goal.

Die Sommerzeit eignet sich vorzüglich zum lustvollen Träumen und Sinnieren.

© Renata C. Anceschi – Anceschi Human Consulting GmbH Bern